Schaut man in die Vergangenheit, dann ist die wirtschaftliche Entwicklung immer auch von Finanzkrisen bestimmt. Doch was ist eigentlich eine Finanzkrise?

Was eine Finanzkrise bedeutet

Eine Finanzkrise hat in den meisten Fällen einen Börsencrash als Auslöser, was wiederum in den meisten Fällen das platzen einer Blase als Ursache hat. Im Falle der Finanzkrise 2008 was dies das Platzen der Immobilienblase. Damals ging der Preis der Immobilien in den USA immer weiter nach oben und die Banken vergaben im Vertrauen an die Kreditnehmer immer mehr Kredite. Immobilien wurden als Sicherheit genommen und selbst wenn die Kreditnehmer Arbeitslos waren, konnten sie einen Kredit bekommen. Es kam wie es kommen musste.

Viele Menschen konnten ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen und so ging eine der größten Investmentbanken der USA – Lehmann Brothers pleite und verursachte einen großen Börsencrash. Das führte dazu, dass auch andere Banken sich gegenseitig nicht mehr vertrauten und führte so in die Finanzkrise, die den älteren Menschen sicher noch in Erinnerung blieb. Damals übertrug sich die Krise auch auf Europa und die gesamte Welt.

Das Misstrauen unter den Banken wurde immer größer und das Geld floss nicht mehr. Auch heute noch haben vor allem Privatmenschen unter den Folgen der Krise zu leiden. Eine Folge war nämlich, dass die großen Banken wie die EZB ihren Leitzins auf bis zu 0,00%absenkten, um das Geld im Fluss zu halten.

Geschichte

Auch in der Geschichte gab es zahlreiche Finanzkrisen, die immer wieder durch platzende Blasen ausgelöst wurden. So auch die Finanzkrise in den 30er Jahren oder sogar im 18. Jahrhundert die Tulpenkrise. Sie wurden ausgelöst, weil der Preis an der Börse von bestimmten Produkten künstlich in die Höhe getrieben wurde (z.B. der Preis von Tulpen) bis die Blase irgendwann platzte.

Die Folge war immer ein Börsencrash, der direkt Einfluss auf die Wirtschaft hatte. Denn durch den Crash an der Börse, verlieren Unternehmen viel Geld zum Investieren, was wiederum dazu führt, dass die Unternehmen stellen streichen muss. So kommt es gerade in Krisenzeiten zu Massenarbeitslosigkeit und anderen für die Menschen schlimmen Folgen.

Finanzkrisen auch heute noch möglich?

Statistisch gesehen wiederholen sich Finanzkrisen alle 5 – 10 Jahre. Da die letzte Finanzkrise bereits 10 Jahre her ist, ist eine erneute Finanzkrise bereits überfällig. Doch gerade heute ist eine Finanzkrise durchaus möglich. Gerade die Immobilien in Europa werden derzeit überdurchschnittlich hoch bewertet und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis auch diese Blase platzt. Doch nicht immer platzt eine Blase. Oft reguliert sich der Preis auch selbst wieder und eine Krise bleibt aus.

Finanzkrisen sind nicht voraussehbar, da man nie genau weiß welche Blase nun genau platzt und ob sie überhaupt platzt. Die Wirtschaft der Welt ist inzwischen auch viel zu sehr vernetzt, damit jemand alle Zusammenhänge verstehen könnte. Allerdings sind in der heutigen Zeit auch die Folgen einer globalen Finanzkrise nicht vorhersehbar. Nie hätte sie einen solchen Einfluss auf die Wirtschaft auf der gesamten Welt wie heute.

Dennoch sind diese Erkenntnisse gerade für Aktionäre kein Grund zur Panik. Finanzkrisen sind meist ein Selbstregulierungsprozess der Börsenmärkte für Produkte, die eigentlich viel zu hoch bewertet werden. Oft gehen die Kurse nach Finanzkrisen schnell wieder nach oben und die Wirtschaft erholt sich in der Regel sehr schnell wieder von Krisen. Gerade Aktionäre können in Zeiten von Finanzkrisen sehr gut günstige Aktien kaufen, um in Zeiten der wirtschaftlichen Erholung die steigenden Kurse zu nutzen. Viele Experten raten während einer Finanzkrise dazu, diese einfach auszusitzen. Es nützt nichts, sich von der Panik anstecken zu lassen und völlig übereilt mit Verlusten Aktien zu verkaufen.