Juli 2007 – ein Monat, der vielen in Erinnerung bleiben wird. Denn in diesem Monat begann auch in Deutschland die weltweite Finanzkrise, die nicht nur Banker, sondern auch private Verbraucher lange in Atem halten sollte. Schon seit Frühjahr 2007 grassierten in der Presse Meldungen über in den USA massenweise geplatzter Immobilienkredite. Viele US-Bürger verloren damals ihr Hab und Gut, weil sie ihre Kredite, die sie für den Hauskauf aufgenommen hatten, nicht mehr bedienen konnten.

 

 

Ende Juli 2007 geriet auch die erste deutsche Bank in eine existenzbedrohende Krise – die Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank. Diese hatte massenhaft in eben die schlecht besicherten Immobilienkredite aus den USA investiert. Die Förderbank KfW sprang der Bank zur Seite und rettete diese Bank. Doch das war nur der Anfang. Später gerieten auch die Düsseldorfer WestLB und andere Landesbanken in die Krise. Sie wurden von den jeweiligen Bundesländern gestützt. Alle hatten in die sogenannten Subprime-Kredite investiert. Schuld für die Finanzkrise war nach Expertenmeinung, dass die Banken kaum reguliert waren. Die Politik in Deutschland unternahm aber lange Zeit nichts.

Erst als im September 2008 die Finanzkrise Deutschland in einer erneuten Welle zu treffen begann, reagierte die deutsche Politik. Den Ausschlag dafür gab die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Das war der Höhepunkt der Finanzkrise in Deutschland. Denn gerade in deren Subprime-Kredite hatten viele deutsche Banken investiert.

 

Gesetz für die Stabilisierung der Finanzmärkte

In der deutschen Politik wurde man auf einmal fleißig. Man verabschiedete binnen kurzer Zeit das
Gesetz für die Stabilisierung der Finanzmärkte. Dieses beinhaltete staatliche Garantien und auch Kapitalzufuhren für in Not geratene Banken. Diese hatten ursprünglich nur eines im Sinn – hohe Renditen. Das Gesetz für die Stabilisierung der Finanzmärkte wurde am 17. Oktober 2008 auf den Weg gebracht durch den Deutschen Bundestag.

Die Maßnahmen dieses Gesetzes wurden dabei eng mit den anderen Mitgliedsstaaten der EU sowie den G7-Staaten abgestimmt. Vorrangiges Ziel von diesem Gesetz war es das Vertrauen der Verbraucher ins bestehende Finanzsystem wiederherzustellen. Doch auch der Geschäftsverkehr zwischen Banken und anderen Finanzinstitutionen sollte in wieder geordnete Bahnen gelenkt werden. Es wurde auch abgezielt, dass die Belastung für die Volkswirtschaft Deutschlands und für die Steuerzahler durch die Finanzkrise so gering wie möglich ausfallen sollte. Für in Not geratene Banken wurden dabei Fonds eingerichtet.

Diese können aber nicht ohne Gegenleistung in Anspruch genommen werden. Hierzu gehört unter anderem der Verzicht auf Bonuszahlungen und eine Dividendenausschüttung sowie eine Höchstgrenze bei den Vorstandsbezügen. Für die Sparer wurde auch etwas getan. Seit Dezember 2010 gibt es die Einlagensicherung. Diese garantiert jedem Verbraucher einen Schutz seiner Einlagen bis zu einem Maximalbetrag von 100.000 Euro im Fall einer Bankenpleite.

Wiederholung Finanzkrise?

Steht Deutschland bald wieder vor einer Finanzkrise. Für den Verbraucher sieht es im Moment nicht danach aus. Denn die Wirtschaft boomt zurzeit – in den USA und auch in Deutschland. Doch gerade in diesem Boom liegt die Gefahr einer neuerlichen Finanzkrise auch in Deutschland. Früher oder später wird es zu einer Korrektur in vielen Finanzbereichen kommen. Denn wegen der expansiven Geldpolitik sind viele der Kapitalmärkte nicht nachhaltig genug.

Vor allem von den USA geht im Moment eine Gefahr aus. Denn die Vermögenswerte sind dort drastisch angestiegen – nicht zuletzt durch die “Amerika First”-Politik des aktuellen US-Präsidenten und der von ihm gemachten Steuergeschenke an Unternehmen und viele private Verbraucher. Gerade darin sehen viele Experten die Anzeichen für einen neuerlichen Crash an den Finanzmärkten. Ob es allerdings wie 2007 / 2008 wieder den Immobiliensektor treffen wird, ist nicht vorhersehbar.

Und das macht die erwartende Blase so unberechenbar. Tatsache ist: Die Märkte sind heute so stark verflochten, dass eine Bank eine mit ihr verflochtene Bank mit in die Pleite reißen kann.