Im Verlauf des Jahres 2008 hat sich die Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt. Effekte waren zunächst in den USA, dann in Westeuropa und in Japan sowie seit Herbst 2008 auf der ganzen Welt zu erkennen. In Folge verzeichneten die Aktienkurse weltweit ab Oktober 2008 nach einem ersten Einbruch aufgrund der Finanzkrise einen zweiten starken Rückgang aus Angst vor Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Auch auf den Rohstoffmärkten kam es vor allem ab Beginn des vierten Quartals 2008 zu starken Preisrückgängen. Die meisten Automobilhersteller in den Industrieländern haben Ende Oktober/Anfang November deutliche Produktionskürzungen angekündigt, um auf Absatzeinbrüche in zweistelliger Größenordnung zu reagieren. Nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes befindet sich Deutschland nach zwei Quartalen mit negativen Wachstumsraten seit Oktober 2008 in einer Rezession[129]. Dauer und Intensität der Auswirkungen der Finanzkrise auf die weltweite Realwirtschaft lassen sich schwer einschätzen.
Auf nationaler Ebene werden in vielen Ländern Konjunkturprogramme erarbeitet. So hat die Bundesregierung das Maßnahmenpaket "Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" im November 2008 verabschiedet und beabsichtigt seit Januar 2009 unter dem Titel Konjunkturprogramm „Entschlossen in der Krise, stark für den nächsten Aufschwung“ ein weiteres Programm.
Die EU-Kommission rechnet nach einer am 3.November 2008 veröffentlichten Prognose für 2009 bei den Ländern der Eurozone nur noch mit einem ganz geringen Wachstum von 0,1 %.[130] Am 19. Januar 2009 verschärfte sie ihre Prognose auf ein Minus von -2,2 % für die Bundesrepublik und -1,8 % für die Länder der EU insgesamt. [131] Der IWF erwartet in seiner Prognose von Anfang November 2008 für 2009 die erste weltweite Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg; in Deutschland soll die Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt um preisbereinigt 0,8 Prozent zurückgehen[132] (im Oktober 2008 hatte der Währungsfonds noch für Deutschland eine Veränderungsrate von 0,0 Prozent erwartet).[133] Im Januar 2009 sagt die Bundesregierung (Deutschland) im Jahreswirtschaftsbericht 2009 für 2009 für Deutschland ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts von -2 1/4 % voraus.[134]
Am 9. Dezember 2008 senkte die Weltbank ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. Sie erwartet nur noch ein globales Wachstum von 0,9 Prozent, im Gegensatz zu 2,5 Prozent im Jahr 2008. Die jüngste Konjunkturprognose fällt damit noch negativer aus als die der Schwesterorganisation IWF: Man rechne mit der schlimmsten Krise seit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Neben einem Rückgang des weltweiten Handelsvolumens seien vor allem die Exportmöglichkeiten für Entwicklungsländer in die reicheren Staaten betroffen.[135]
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