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3. Überlieferung und Kritik
Entscheidend für die Verbreitung der Geschichte von der großen Tulpenmanie war das Buch Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds, das der schottische Journalist Charles Mackay 1841 veröffentlichte; Mackay vertrat darin die These vom irrationalen Massenverhalten und unterstützte diese auch durch das Beispiel des South Sea Bubble und den Skandal um John Laws französische Mississippi Company. Mackays Hauptquelle war Johann Beckmanns Werk Beiträge zur Geschichte der Erfindungen, das 1797 in einer englischen Ausgabe erschienen war. Beckmann wieder hatte als Hauptquellen drei anonyme Pamphlete aus dem Jahr 1637 mit anti-spekulativer Tendenz.
Seit den 1980er Jahren haben Ökonomen mit einer positiveren Sicht spekulativen Verhaltens und der einschlägigen Institutionen versucht, Mackays Sicht kritisch in Frage zu stellen. Problematisiert werden dabei das Ausmaß, in dem die Spekulationswelle die Bevölkerung erfasste aber auch die negativen ökonomischen Auswirkungen des Zusammenbruchs der Tulpenmanie. Anhänger der „efficient market hypothesis“ halten die von Mackay überlieferten Fakten für unvollständig und ungenau. Anne Goldgar vertritt beispielsweise die Meinung, das Phänomen habe nur eine kleine Gruppe der Bevölkerung, vor allem wohlhabende Kaufleute und Handwerker erfasst und meint, dass die einschlägigen Berichte auf „Propaganda und Plagiate“ zurückgingen. Ähnlich Peter Garber, der den Aspekt der spielerischen Zerstreuung in Pestzeiten hervorhebt. Kritiker des neoliberalen Konzeptes unbedingter Effizienz und Rationalität der Marktentscheidung verweisen dagegen nach wie vor auf die Tulpenmanie als Paradebeispiel einer durch irrationale Massenhysterie fehlgeleiteten Marktentwicklung. Charles P. Kindlebergers einschlägiges Buch wurde nach dem Platzen der spekulativen „New economy“-Blase im Jahr 2000 wieder aufgelegt.
3.1 Gemälde
1640 verwendete ein Künstler, vermutlich Hendrik Gerritz Pot, das Bild eines Segelwagens für sein satirisches Bild Floras Narrenwagen (Floras Mallewagen) in Anspielung auf den spekulativen Tulpenhandel. Das Bild hängt heute im Frans Hals-Museum in Haarlem.[1]
Einzelnachweise
1. ↑ http://www.tuerkenbeute.de/window/illustration/F3-3All00il4_02_de.php
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