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2. Ursachen und Folgen
Bankenkrisen werden vor allem durch die drastische Abnahme der Qualität der Vermögenspositionen (Aktiva) einer Bank oder des gesamten Bankensystems, die eine niedrigere Bewertung dieser Aktiva zur Folge hat, verursacht. Auslöser des Qualitäts- und Bewertungsverfalls können zum Beispiel sein:
1. Kreditausfälle
2. Börsenverluste
3. Liquiditätsprobleme
Die von den Kreditinstituten vergebenen Kredite sind mit einem gewissen, vertretbaren Kreditrisiko verbunden. Die Ermittlung dieses Kreditrisikos wird im Rahmen der Bonitätsprüfung vorab vorgenommen. Kommt es dann etwa durch Wirtschaftskrisen zum gleichzeitigen Ausfall unerwartet vieler Schuldner (siehe auch Klumpenrisiko), und etwaige Kreditsicherheiten stellen sich als unzureichend heraus (etwa durch Überbewertung oder Wertverfall einer Immobilie), sind die uneinbringlichen Kredite zu Lasten der Ertragslage abzuschreiben. Entstehen hierdurch Verluste, führen diese zu einer existenzbedrohenden Verminderung des haftenden Eigenkapitals. Dieses Szenario ist das Ablaufschema einer Bankenkrise, wie sie ab 2007 in den USA begann.
Banken übernehmen zudem umfangreiche Marktrisiken, vor allem Kursrisiken, Zinsänderungsrisiken und Währungsrisiken. Es genügt dann der unerwartete Eintritt eines bestimmten Ereignisses (etwa der Kursverfall einer Fremdwährung), um bei einer Vielzahl von Geldinstituten existenzbedrohende Kursverluste auszulösen. Dieses Szenario war Ursache der Insolvenz der Herstatt-Bank im Jahre 1974. Auch andere Kreditinstitute hatten mit der gleichen Ursache zu kämpfen, konnten jedoch die Krise bewältigen; zu einer Bankenkrise eskalierte dies nicht, und das Vertrauen in das Bankensystem wurde nicht geschädigt.
Zuletzt besteht eine Existenzgefahr für Banken aus unzureichender Liquidität. Hintergrund ist die Fristentransformation, das heißt die erlaubte Praxis der Banken, auch langfristige Kredite (z. B. Baudarlehen) teilweise mit kurzfristigen Einlagen (z. B. Tagesgeld) zu refinanzieren. Ziehen nun die Anleger die kurzfristigen Gelder ab, so kann die Bank ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Im Extremfall kommt es zum Bank Run, dem massenhaften Ansturm der Anleger am Bankschalter.
Banken, Unternehmen und Anleger sind eng miteinander verflochten. Aus diesem Grund ist der Zusammenbruch einer Bank oder eine schwere Krise einer Bank oftmals Auslöser einer Kettenreaktion. Verlieren aufgrund dieser Probleme die Anleger das Vertrauen in die Banken allgemein, so kann es zu einer allgemeinen Liquiditätskrise kommen. Verlieren die Banken wiederum das Vertrauen in ihre Schuldner, so kann eine Kreditklemme (engl. "credit crunch") die Folge sein. Beides kann in einer Kettenreaktion dazu führen, dass eine Bankenkrise entsteht.
Nicht alle Bankenkrisen lösten eine große Wirtschaftskrise aus. So gelang es den USA, die Folgen der Sparkassenkrise im Jahre 1985 zu meistern, ohne dass es zu einer Rezession kam.
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